Fanfarenzug Kisslegg schafft turn-around – Zehn Neumitglieder im Jahr 2022

Interview mit der Vorstandschaft, Zugführer und dem musikalischen Leiter des Fanfarenzug der Kolpingsfamilie Kißlegg

 

Fanfarenzug Kißlegg in Zahlen:

Mitgliederstand 35 Aktive davon 14 Frauen und 21 Männer

Grundausbildung: 6

Durchschnittsalter: 36

Ehrenmitglieder: Alfred Uhl, Alfred Gronmayer, Georg Maier, Hubert Schöb, Wolfgang Puszti, Helmut Radke.

 

Herr Andreas Puszti, Sie sind bereits im vierten Jahr erster Vorstand des Fanfarenzug der Kolpingsfamilie Kißlegg.

Wie sind Sie durch die Corona Zeit gekommen?

Zunächst mit aller Vorsicht, wir wollten und haben zu keinem Zeitpunkt unsere Mitglieder gefährdet. Trotzdem haben wir so gut es ging Kontakt gehalten, ob schriftlich, telefonisch oder digital. Natürlich war die Freude dann groß, als wir uns wieder in Präsenz sehen und vor allem spielen konnten.

 

Viele Vereine haben nach den schweren Coronajahren Mitgliederschwund zu verzeichnen.

Wie ist das bei Ihnen im FZ?

„Lacht“ Kein einziger ist von Bord gegangen, alle sind dabei geblieben. Im Gegenteil, aktuell verzeichnen wir regen Zugang, auch von jungen Vereinskameradinnen und Vereinskameraden

 

Große Kreisstädte in der Nachbarschaft haben Probleme Nachwuchs für die Fanfarenmusik (die SZ – berichtete) zu gewinnen.

Sie haben enormen Zuwachs. Was machen Sie anders?

Das schafft man nicht alleine. Wir sind ein Team und insbesondere die Ausschussmitglieder und Vorstandschaft sind gewählte ehrenamtliche Hauptverantwortliche die sich bei uns sehr stark einbringen. Sei es mit Ideen, neuen Impulsen, viel Offenheit oder bei der Ausbildung.

Zudem ist uns ein gutes Miteinander und vor allem Kameradschaft wichtig. Wenn es untereinander stimmt, dann fühlen sich auch Neumitglieder wohl.

 

Was macht Sie besonders stolz?

Der einstimmige Beschluss, dass wir uns 2024 wieder der Herausforderung Ritterfest stellen.

Die Vorbereitungen der aktiven Mitglieder auf dieses besondere Event laufen bereits auf Hochtouren.

 

 

Herr Marc Russmann, Sie sind ebenfalls seit vier Jahren Zugführer.

Wurde das Fanfare spielen, Trommeln und Fahne schwingen über die Corona Zeit verlernt?

Definitiv nein. Das ist wie Fahrrad fahren, das verlernt man nicht.

Natürlich haben wir aber erst nach einigen Monaten wieder unser altes Niveau erreicht.

 

Wie oft proben Sie und wie funktioniert das in den einzelnen Stimmen?

Wir Proben jeden Donnerstag um 20:00 Uhr bis ca. 21:30 Uhr in der Turn- und Festhalle Kißlegg. Zudem hat jede Stimme einen Stimmführer der regelmäßig Stimmproben durchführt.

Um unser musikalisches Repertoire zu festigen aber auch weiterzuentwickeln, haben wir für 2023 wieder ein Probenwochenende geplant, wobei auch die Kameradschaft nicht zu kurz kommen darf.

 

 

Ich bin nicht musikalisch, kann keine Noten und habe auch noch nie ein Instrument gelernt.

Kann ich trotzdem Mitglied werden?

Ein klares JA. Wir haben ein Ausbildungsteam und Neumitglieder durchlaufen bei uns eine sogenannte Grundausbildung.

Wir erlernen Atemtechnik und führen unseren Nachwuchs gleich welchen Alters an die Töne einer Naturfanfare heran.

Wenn die Grundausbildung abgeschlossen ist, geht die Ausbildung in den einzelnen Stimmen mit den Stimmführern weiter.

Selbstverständlich kann man auch bei uns das Trommeln oder aber das Fahnenschwingen erlernen.

 

Herr Reinhold Maier, Sie sind ein Fanfarenzug Urgestein und in der Funktion musikalischer Leiter.

Wie muss man sich das vorstellen?

Mein Aufgabengebiet ist ein Zusammenspiel zwischen dem ersten und zweiten Zugführer sowie den Stimmführern aber auch der Vorstandschaft.

Wir haben derzeit 54 Fanfarenmärsche im Repertoire, legen aber auch jahreszeitbedingt oder zu besonderen Anlässen musikalische Schwerpunkte.

 

Ist musikalischer Leiter = Notenwart und gibt es auch etwas was Sie ärgert?

Ja, das kann man schon so sagen. Als Ausgebildeter Schlagzeuger und leidenschaftlicher Oberstimmenbläser bin ich breit aufgestellt und ich habe ein Programm wo ich alle Marschnoten neu geschrieben und erfasst habe.

Besonders Stotz, bin ich auf den neuen und selbstgeschriebenen Marsch „Kißlegger“ und „Rumba“.

Mich ärgert, wenn die Probe nicht pünktlich anfängt, da ich mich sehr darauf freue.

 

Kann ich unter den Stimmen wechseln?

Grundsätzlich ist das möglich.

Da gibt es über die Jahrzehnte viele positive Beispiele, wo sich Mitglieder einer neuen Herausforderung stellen aber auch Verantwortung übernehmen und Nachrücken, wenn Bedarf besteht. 

 

Hört sich alles sehr spannend an.

Was wünschen Sie sich alle gemeinsam für die Zukunft?

Mit Fanfarenmusik verschenken wir Lebensfreude und es ist unser Anspruch erfolgreich zu sein und den Verein in die nächste Generation zu tragen.

Wir sind auf einem sehr guten Weg und jeder der Interesse an der Fanfarenmusik hat und was in der Fasnet und bei Auftritten im In- und Ausland erleben will, ist uns herzlich willkommen.